Die 3 Fragen

(frei nach Leo Tolstoy)


1. Wann ist die wichtigste Zeit?
2. Wer ist die wichtigste Person?
3. Was ist das Wichtigste zu tun?

 


1. Wann ist die wichtigste Zeit?
Die wichtigste Zeit ist jetzt. Dieser Augenblick ist der einzige auf den wir Einfluss haben
- Denn die Vergangenheit ist nicht änderbar, die Zukunft noch ungewiss.


Im Hier und Jetzt leben. Sich nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft verlieren. Da fällt mir die Geschichte über einen kleinen Elefanten ein, welche ich einmal gelesen habe.

 

Ein kleiner Elefant wurde an einem Fuß mit einem Seil, welches an einem Holzpfosten befestigt war, angebunden. Der Holzpfosten war in die Erde geschlagen. Der kleine Elefant bemühte sich, sich zu befreien, hatte aber nicht die Kraft. Egal wie oft und wie stark er loskommen wollte, es gelang ihm einfach nicht. Immer und immer wieder versuchte er es bis er schließlich aufgab.

 

Es vergingen Jahre. Der Elefant wuchs. Er hing mit einem Fuß noch immer an diesem Holzpfahl. Versuchte allerdings nicht mehr davon loszukommen. Er konnte sich noch zu gut daran erinnern, wie oft er es probiert hatte. Immer ohne ein Ergebnis.

 

Es wäre so leicht gewesen! Er hätte es nur noch einmal probieren müssen. Mittlerweile hätte er die Stärke gehabt sich loszureißen. Ihm war nicht bewusst, dass er nicht mehr der kleine hilflose Elefant war. Er wusste nicht, dass er nun locker die Stärke hätte. Er war in seinen Erinnerungen gefangen. Nicht das Seil hält ihn nun fest, sondern die Erinnerung an die Vergangenheit.

 

Wie oft hält Dich die Erinnerung an die Vergangenheit ab, frei zu sein?

 

Ebenso kann es sich mit Gedanken an die Zukunft ereignen. Wie oft hast Du oder ich freudvolles in die Zukunft verschoben? Ich ging in die Schule, der Abschluss war wichtig, also lernte ich mehr (oder in meinen Fall manchmal weniger) daran. Verlegte Dinge auf danach. Danach kam bei mir die Universität. Wieder lernen, wieder Abschlüsse, mitunter wichtig, keine Frage. Also einiges auf danach verschieben.

 

Danach kam die Arbeit, einarbeiten, einen Ruf aufbauen. Überstunden machen. Geld und Status erreichen. Und wieder werden Dinge auf später, in die Zukunft verschoben. Bei manchen geht es dann soweit, dass sie auf die Pension warten, bis sie endlich das machen, was sie eigentlich wollen. Sofern sie Glück haben. Manchmal scheißt einem das Leben nämlich so richtig rein und man wird gar nicht so alt, kränkelt vor sich hin, oder es ereignen sich andere Gründe, die es wieder "notwendig" machen, das zu verschieben, was man eigentlich will.

 

Was verschiebst Du, was Du unbedingt noch machen willst?

 

Also es geht um das Hier und Jetzt. Nicht auf die Art, dass es keine Vergangenheit gäbe - wir haben in der Vergangenheit gelernt. Dinge erlebt an denen wir uns erfreuen. Dinge erlebt, an denen wir wachsen konnten. Und wahrscheinlich hast Du, wie ich auch, Dinge erlebt, die uns verzweifeln ließen. Aber verliere Dich bitte nicht darin. Im Hier und Jetzt kannst Du etwas ändern. Kannst frei leben.

 

Ebenso verhält es sich mit der Zukunft. Im Hier und Jetzt leben heißt nicht, Ziele für die Zukunft aufzugeben - es heißt nicht, nicht mehr an die Zukunft zu denken. Es bedeutet, was kannst Du jetzt tun. Mit was kannst Du jetzt beginnen. Und was erfüllt Dich jetzt mit Freude, weil Du tust, was Du tust. Auch wenn das große Ziel vielleicht in der Zukunft sein mag.

 

 

2. Wer ist die wichtigste Person?
Die wichtigste Person ist jene, mit der uns der Augenblick zusammenführt
- Denn wer weiß was die Zukunft bringt?


Und wenn niemand anderer da ist? Wenn man gerade alleine ist? Dann ist man selbst die wichtigste Person. Es muss allerdings nicht nur ein menschliches Wesen sein. Genauso kann es ein Tier sein. Egal welches Lebewesen den Augenblick mit Dir teilt, dieses ist gerade das wichtigste Lebewesen.

 

Das heißt nicht, dass die anderen unwichtig sind. Wie oft sind wir gedanklich wo anders. Bei anderen Personen, unseren Lieben, als auch bei denen über die wir uns ärgern. Sind nicht präsent in der sozialen Begegnung. Und das, obwohl wir nur in dieser handeln können.

 

 

3. Was ist das Wichtigste zu tun?
Der Person mit der uns der Augenblick zusammengeführt hat Gutes zu tun, sich um diese Person zu kümmern
- Denn das ist der Sinn des Lebens.


Kultiviere liebende Güte, Mitgefühl und Mitfreude. Mit anderen Worten - empfinde Empathie. Erschaffe einen Rahmen in der sich das andere Lebewesen, oder Du Dich selbst, wohl fühlen kann/kannst.

 

Schaue was dem anderen Lebewesen oder Dir gut tut. Kümmere Dich. Sei freundlich - in Gedanken, in der Rede und auch in Handlungen. Alle Lebewesen wollen frei von Leid, einfach glücklich sein. Sich verstanden fühlen - sich geborgen fühlen.

 

Wenn Du Dich manchmal fragst, wie diese Welt ein besserer Ort werden kann. Wenn Du fragst, was Du dazu beitragen kannst. Dann fange in Deiner unmittelbaren Umgebung an. Fange jetzt an in der Begegnung mit anderen. Empfinde wohlwollen und handle danach, sowohl anderen als auch Dir gegenüber.

 

(30.03.2015)


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