Ärger Vor Gericht


Es war einmal in der U-Bahn...

Auf meinem Weg zur Arbeit war ich dabei in eine U-Bahn zu steigen. Der Eingangsbereich bei den Türen war relativ frei und man konnte problemlos einsteigen und in die Mitte des Zuges gehen. Oder besser man hätte können, ich nicht, weil die Person vor mir gerade einen Schritt in den Wagon machte und dann einfach so stehen blieb! Ist das nicht eine Frechheit? Denkt die nicht, dass andere auch noch einsteigen wollen. Ihr ist das anscheinend egal, Hauptsache sie ist drinnen. Was für ein Egoist! Und mein Ärger über diese Person sagte: Hallo, da bin ich!

Und wenn Sie, oder besser er, der Ärger nicht gestorben ist, dann lebt er auch noch heute...

 

Ist Dir eigentlich auch schon aufgefallen, dass wenn Du Dich über jemanden ärgerst Du anfängst diesen Ärger zu rechtfertigen? Der darf mich nicht so behandeln! Es ist eine Frechheit, was er sich erlaubt!... Also im Prinzip wirst Du zum Ankläger und gleich auch zum Richter, die Person oder vielleicht sogar ein Ding zum Angeklagten, aber wo ist da der Verteidiger? Eigentlich nirgends und ich frage mich: Ist das fair?

 

Als Ankläger erzählst Du eine Geschichte, wie die Tat verlaufen ist, wie "böse" die andere Person und dass ein Urteil zugunsten des Klägers eine Selbstverständlichkeit ist. Das Ganze klarerweise aus Deiner Perspektive, die des Anklägers. Da Du auch gleich der Richter bist und es keinen Verteidiger gibt kann ja fast nur folgendes Urteil ergehen... Schuldig!

 

Fair wäre es, so meine ich (und mir gelingt es leider auch nicht immer), wenn Du schon Ankläger und Richter bist, auch noch den Verteidiger zu spielen. Und wenn Du Dich richtig bemühst, mit einer ähnlich großen Anstrengung wie als Ankläger, wenn Du potentielle Gründe für eine Milderung der Urteils findest oder vielleicht sogar die Unschuld des Schuldigen "beweisen" kannst, dann ja dann kommt vielleicht ein anderes Urteil, welches fairer ist, zustande. Was könnte wohl ein Verteidiger bei obiger Geschichte vorbringen?

 

Und eines noch, welches ich aus eigener Erfahrung lernen konnte, sowohl wenn ich ärgerlich wurde, oder andere über mich: In den seltensten Fällen geschieht das mit der Absicht den anderen zu schädigen, zu quälen,...! Falls die andere Person doch mit Absicht handelt, dann möchte ich ja erst recht nicht ärgerlich werden, denn dann hat diese Person ja ihr Ziel erreicht!

 

Wie oft werden andere ärgerlich auf Dich? Ist das immer gerechtfertigt? Bist Du deshalb ein schlechter Mensch?

 

(17.02.2015)


Kommentar schreiben

Kommentare: 0