Ärger schadet (nur) Dir


"Ärger macht hässlich!"


Bedarf es noch einer weiteren Begründung, neben diesem allgemein bekannten Spruch? Na gut dann doch noch ein wenig mehr dazu.

 

Ich empfinde Ärger, Wut oder vielleicht sogar Hass als unangenehmes Gefühl. Je nachdem wie stark dieses Gefühl ist, habe ich körperliche Nebenwirkungen die da bspw. wären: Anspannung, Unruhe, erhöhter Blutdruck, rotes Gesicht,... . Also wenn ich die Wahl hätte zwischen diesen Gefühlen & Nebenwirkungen und folgenden... Ausgeglichenheit, Freude, Ruhe, Entspannung,... ja dann entscheide ich mich wohl immer für zweiteres, oder siehst Du das anders? Ich kann mich zumindest nicht erinnern, dass ich mal gedacht habe..."Ach schade, da hätte ich mich lieber geärgert".



Ärger macht unrund


Woran ich mich alllerdings erinnern kann sind Situationen, bei welchen ich mich geärgert habe und aus dieser Emotion Dinge gemacht oder gesagt habe, die mir danach leid taten. Ich habe einfach aus dieser Emotion heraus überreagiert! Und ich muss (leider) sagen, dass wenn ich mich ärgere, manchmal für Personen in meinem unmittelbaren Umfeld kein angenehmer Zeitgenosse bin, auch wenn diese gar nichts mit dem ursprünglichen Ärger zu tun haben. Ich bin dann einfach unrund und somit auch leichter reizbar, nicht nur einmal haben diese Personen dann etwas abbekommen, was ihnen eigentlich nicht gehörte...

 


Ärger und Energie


Mir ist allerdings auch bewusst, dass Ärger positive Aspekte haben kann. Es entsteht eine Energie, die mich zum Handeln anregt. Es ist für mich was nicht in Ordnung und diese Energie lässt mich mitunter Dinge tun um das zu ändern. Allerdings wünsche ich mir, dass ich diese Energie auch ohne Ärger aufbringen kann und bin eigentlich davon überzeugt, dass das geht. Ist ja nicht so, dass ich nur etwas tue/ändere wenn ich verärgert bin! Auch wenn mich eine Person respektlos behandelt, scheint mir die bessere Alternative zu sein, dass mit Nachdruck anzusprechen, ggf. Handlungen zu setzen, allerdings ohne Ärger, sondern mit einer gewissen Gelassenheit. Eine verärgerte Reaktion auf etwas führt doch meist zu weiteren Ärger, denn zu einem gewünschten Ergebnis! Da möchte ich eigentlich "darüber" stehen!

 


Ärger ausleben oder runterschlucken?


So wie ich es lese oder erfahre, scheint die Diskussion in unserem Kulturkreis vor allem darum zu gehen, ob man, wenn man verärgert ist, diesen entweder ausleben oder "runterschlucken" soll. Von diesen"entweder - oder" Geschichten, bin ich generell kein Freund. Meist ist das Leben wesentlich komplexer und bietet mehr Möglichkeiten! Ich halte beide Alternativen für wenig vorteilhaft. Ich meine schaue doch mal nur in die Gefängnisse und dann sage noch einmal, dass ausleben besser ist. Oder wahrscheinlich kennst Du jemanden, der öfter ärgerlich ist und einen hoch roten Kopf hat und man denkt, den trifft bald einmal ein Herzkasperl oder ein Schlag. Anderseits führt runterschlucken angeblich zu Magengeschwüren, auch nicht nett.

 


Ärger weder ausleben oder runterschlucken!


Ich für meinen Teil denke, dass man Ärger, sofern er einmal da ist, auflösen kann (also weder ausleben noch runterschlucken muss). Ebenso glaube ich, dass obwohl Ärger doch irgendwie tief verwurzelt in uns ist, es möglich ist, diese Wurzeln auszureißen, vielleicht nicht vollständig, aber doch zu einem großen Teil. Allerdings würde das hier den Rahmen sprengen, es geht ja darum, dass Ärger vor allem Dir schadet. Was man tun kann um weniger ärgerlich zu sein und ebenso was man tun kann, wenn man ärgerlich ist, werde ich in einem eigenen Beitrag behandeln.

 

Wie siehst Du das mit dem Ärger? Denkst Du, dass er eigentlich nur Dir schadet? Magst Du ihn genauso wie ich loslassen?


(22.02.2015)

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