Ärger, Bedürfnisse & Selbstbewusstsein


Erkennst Du den Zusammenhang? Wann werde ich eigentlich ärgerlich, wütend, oder hasse jemanden?

 

Auf der Suche nach den Gründen für meinen Ärger fand ich folgende Antworten: Ich ärgere mich wenn jemand/etwas entgegen meinen Bedürfnissen, Erwartungen und Werten handelt/ist. Das schließt auch ein, dass wenn ich ein Ziel verfolge, mir jemand oder etwas im Weg steht. Und was für mich nicht gleich so offensichtlich war, ich ärgere mich, wenn es um etwas geht, bei dem ich wenig Selbstbewusstsein habe, oder zumindest meine "Schwäche" nicht annehmen kann.

 

 

Ärger und Bedürfnisse

 

Manchmal ärgerte und ärgere ich mich über die banalsten Dinge. Beispielsweise wenn ich von A nach B gehen will und jemand geht vor mir und bleibt ohne ersichtlichen Grund stehen. Schon kann es passieren, dass ich mich ärgere, weil mir diese Person im Weg steht. Oder ich will an die Supermarktkasse und es ist eine Schlange vor mir, ich habe es eilig und die Ampel springt auf rot,...

 

Dann gibt es weniger banale Dinge, wie wenn ich in einer zwischenmenschlichen Situation respektvoll behandelt werden will, oder auch, dass meine Lieben von anderen respektvoll behandelt werden. Ich mag eine gewisse Freiheit haben und will nicht dass mir Leute regelmäßig sagen wann, was und wie ich etwas zu tun habe. ...

 

Unabhängig ob nun banal oder nicht, alle diese Situationen haben mit meinen Bedürfnissen, Werten und Erwartungen zu tun. Bis zu dem Zeitpunkt, wo mir das klar war, habe ich die "Schuld" für Ärger lediglich außerhalb von mir gesucht. Jetzt sehe ich auch einen eigenen Anteil und was an der Sichtweise hilfreich für mich ist, ich habe es dadurch mehr im Griff. Vielleicht sind meine Erwartungen oder Wünsche einfach zu hoch, folglich kann ich daran arbeiten. Oder aber es wurde ein Befürfnis verletzt, na dann, vielleicht gibt es eine Möglichkeit dieses Bedürfnis anders zu befriedigen. Ich bin somit nicht mehr so abhängig, dass sich meine Umwelt ändern muss, was tlw. ja auch nicht möglich ist. Vielmehr denke ich nun, dass die Lösung des "Problems" (Ärger) in mir liegt. Es ist somit "mein Ding". Das heißt allerdings nicht, dass ich alles über mich ergehen lassen und meine Erwartungen regelmäßig "runterschrauben" muss. Ich kann durchaus auch Grenzen setzen, allerdings habe ich bemerkt, dass durch diese Sichtweise mein Ärger geringer wurde...

 

Und er wurde auch deswegen geringer, da ich damit verstanden habe, dass auch Andere Bedürfnisse, Werte und Wünsche haben und diese mitunter eben nicht meinen entsprechen. Kann ich meine Bedürfnisse einfach so über die der anderen Stellen? Also wenn es nicht einen driftigen Grund gibt (bspw. mehr oder stärkeres Leid), dann eigentlich nicht.


 

Ärger und Selbstbewusstsein

 

Neben den Bedürfnissen und das war für mich nicht so leicht erkennbar hat mein Ärger oft mit meinem Selbstbewusstsein zu tun. Ärger taucht ja vor allem dann auch auf, wenn man verletzt wird... das darf er/sie nicht mir machen, oder zu mir sagen ... und ich werde genau dann leichter verletzt, wenn ich in diesem Punkt ein mangelndes Selbstbewusstsein habe, oder ich meine "Schwäche" nicht annehmen kann. Zum Beispiel kann es bei mir leicht passieren, wenn ich etwas Bewegendes sehe, egal ob traurig oder erfreulich, dass mir die Tränen in die Augen schießen. Ich wurde nicht nur einmal als Heulsuse deswegen bezeichnet. Aber ich empfand keinen Ärger deswegen, dazu stehe ich und ich möchte das nicht missen. Anderseits habe ich mitunter eine unreine Haut, werde ich darauf angesprochen, kann es durchaus sein, dass ich mich ärgere und zum "Gegenangriff" übergehe. Mit dieser habe ich mich noch nicht abgefunden und es verletzt mich mitunter, wenn es angesprochen wird. Insofern ist es bei mir ein schmaler Grad zwischen verletzt sein (also die "Schuldsuche" bei mir) und ärgern (Schuldsuche bei anderen). Oft ist der Übergang bei mir fließend.

 

Ist Dir bewusst wie es zu Deinem Ärger kommt? Findest Du weitere Gründe, neben den eben dargestellten? Oder denkst Du vielleicht sogar, ne das geschrieben hat finde ich nichts mit Ärger zu tun?

 

(27.02.2015)



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